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Gemeindefreizeit auf dem Thomashof

Vom Freitagabend, den 7.4.2017, bis Sonntagnachmittag, den 9.4.2017, auf dem Thomashof bei Karlsruhe statt.
Thema: Die Mennonitengemeinde von morgen — Zukunft träumen oder das Feld räumen?

Daher ist am Sonntag in Enkenbach kein Gottesdienst.

Gemeindeversammlung am 12. März

Am 12. März findet im Gemeindehaus die alljährliche Gemeindeversammlung statt. Wir beginnen bereits um 9:00 Uhr. Anschließend essen wir gemeinsam zu Mittag.

Der Gottesdienst entfällt wie gewohnt an diesem Tag.

Jugendgottesdienst am 4. März

Am 4. März gibt es bei uns im Gemeindehaus ab 19:00 Uhr wieder einen Jugendgottesdienst, diesmal zum Thema: Die „Waffenrüstung“ Gottes. Hierbei wird auf Epheser 6, 10ff. Bezug genommen.

Alle sind recht herzlich eingeladen, auch zur anschließendem Begegnung mit Gesprächsgelegenheiten bei Snacks und Getränken.

Geschichtlicher Beitrag zum 60. Gemeindejubiläum Enkenbach

Dieser Text wurde verlesen im Gottesdienst am Pfingstsonntag 15.05.2016.

Dieses Jahr kann unsere Mennonitengemeinde Enkenbach auf ihr 60-jähriges Bestehen zurückschauen. Ein 60-jähriges Bestehen ist üblicherweise kein Anlass zu einer großen Feier, wie ein 50-jähriges oder 75-jähriges oder gar ein Jubiläum mit einer größeren Zahl, wie es alle unsere pfälzischen Nachbargemeinden mit ihren derzeitigen Jubiläen feiern, die durchweg dreistellig sind und sich im 300-er Bereich befinden. Und dennoch ist es Grund zur Freude über die Gemeinde und zum Dank an Gott für alle Führung und Bewahrung, auch in schwierigen Phasen, sowie zum Dank an alle, die sich in diesen 60 Jahren für die Gemeinde eingesetzt haben.

Wir zitieren aus einem kleinen Text, den Martha Händiges über die Gründung der Gemeinde verfasst hat. Sie war die Ehefrau von Emil Händiges, dem langjährigen Pastor mennonitischer Gemeinden in der Pfalz und Rheinhessen sowie in in Westpreußen, auch Vorsitzenden der Vereinigung der Mennonitengemeinden im Deutschen Reich. Das Ehepaar Händiges verbrachte nach der letzten Dienstzeit in Monsheim seinen Ruhestand in der Heidestraße in Enkenbach, im Haus der Familie Kliewer.

Martha Händiges schreibt:

Gottes Segen sei mit der neu gegründeten Mennonitengemeinde Enkenbach!
Als im September 1950 das mennonitische Altersheim Friedenshort in Enkenbach eröffnet wurde, dachte wohl niemand daran, dass von hier aus der Gedanke an eine mennonitische Siedlung ausgehen und in die tat umgesetzt werden würde. Und doch geschah es so.
Der Initiator war wohl in erster Linie der 2. Hausvater des Altersheims, Bruder Paul Kliewer.
Er sah, dass Enkenbach eine gute Lage hatte u. sich auch sonst gut zur Gründung einer menn. Siedlung eigne. Es liegt landschaftlich schön, die Stadt Kaiserslautern, die Verdienstmöglichkeiten bietet, ist nicht weit entfernt, und was sehr vermutlich ins Gewicht fiel: Grund und Boden waren billig zu haben. So kaufte man Bauplätze. Interessenten für Wohnungen oder Wohnhäuser fanden sich genug.
Es konnte mit Mitteln aus dem Lastenausgleich gebaut werden u. der Bau des ersten Siedlungshauses begann. Eine Gruppe von Pax-Boys war auch gleich hilfsbereit; der Bau wuchs, wurde fertig und konnte am 15. Oktober 1953 eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden.
In die eine Hälfte des Hauses zogen die Pax-Boys ein, in die andere die ersten Vertriebenenfamilien.- Die Häuser wuchsen schnell u. waren auch ebenso schnell bewohnt.
Heute (Ende 1956) stehen schon 16 Häuser u. 12 sind bewohnt. Am Waldrand in unmittelbarer Nähe der Weichselstraße entstand eine Nebenerwerbssiedlung mit Einfamilienhäusern, – acht sind fertig und bewohnt (weitere sollen folgen). Dem steten Einsatz der Pax-Boys und der Umsicht Bruder Kliewers ist es zu verdanken, daß alles so rasch vonstatten ging.
Die Siedler nehmen von Anfang an an den sonntäglichen Gottesdiensten im Altersheim teil. Das Altersheim war wiederum von Anfang an an die Gemeinde Sembach angeschlossen u. wurde von dem Prediger der Gemeinde Bruder Gerhard Hein, Sembach u. nach Zuzug des früheren westpreußischen Ältesten Bernhard Kopper u. des westpr. Predigers Wilhelm Ewert sowie des Ältesten Pfr. lic. theol. Emil Händiges auch zeitweilig von diesen bedient.
Es wurde ein immer dringenderes Bedürfnis, eine selbständige Gemeinde Enkenbach zu begründen.
Am 17. März fand die erste Gemeindeversammlung statt, auf welcher die Konstituierung der Gemeinde beschlossen wurde. Von der Gründungsversammlung am 16. 5. 1956 berichtet der folgende Auszug aus dem Protokoll:

In seinen Begrüßungsworten wies Bruder Hertzler (der die Versammlung leitete) darauf hin, daß es an der Zeit wäre, daß sich die sich in Enkenbach in den letzten Jahren zusammenge-führten Mennoniten zu einer Gemeinde zusammenschließen. Er betonte, daß die Satzung nicht nur eine Formsache wäre, sondern die Grundlage für die gute Zusammenarbeit in einer Ge-meinde. Die Satzung wurde von den Anwesenden (nach ihrer Verlesung) einstimmig angenommen. Von den anwesenden Vertretern der künftigen Gemeinde, die in einer Gemeindever-sammlung gewählt worden waren, wurden dann in geheimer Wahl der Vorstand, 2 Diakone und der Prediger gewählt. Nach erfolgter Wahl übernahm Bruder A. Wiens den Vorsitz der Gründungs- und 1. Mitgliederversammlung. Es erfolgte die Unterzeichnung des Antrages auf Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht Kaiserslautern. Sodann schloß Bruder A. Wiens die Mitgliederversammlung und berief die 1. Vorstandssitzung ein.“

Die erste Satzung formuliert in Paragraph 1:

Die in Enkenbach zugezogenen Heimatvertriebenen Mennoniten schließen sich zur Förderung ihres religiösen Bekenntnisses ihres Gemeindelebens, der Diakonie und der Jugendbetreuung zu einem Verein – im folgenden auch Gemeinde genannt – unter dem Namen „Mennonitengemeinde Enkenbach e.V.“ zusammen. Sie betrachtet sich als Schwestergemeinde der Mennonitengemeinde Sembach, Körperschaft des öffentlichen Rechtes, in deren Bereich sie liegt und deren Prediger sie mit bedient.
Die Gemeinde bekennt sich zur ganzen Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments; sie gründet sich nach 1. Korinther 3, Vers 11 auf Jesus Christus:
„Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem der gelegt ist, welcher ist: Jesus Christus“

Seither hat es neue Satzungen gegeben und die Gemeinde hat sich natürlich verändert. Das ist ein normaler Vorgang und zeugt von Lebendigkeit. Die Dankbarkeit über ein neues Zuhause und Neubeginn nach Flucht und Vertreibung war groß. Die jüngste Gemeinde in der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden feierte ihre Jubiläen mit kleinen Festschriften: Zum 25-jährigen, zum 40-jährigen und zum 50-jährigen Bestehen. Vieles ist darin festgehalten aus der Anfangszeit und der Entwicklung der Gemeinde.
Die erste Satzung benennt, wie man sich 1956 verstand: Als heimatvertriebene Mennoniten, die aber auch verbunden sind mit den hiesigen Mennoniten (Gemeinde Sembach als Schwestergemeinde). Eine gute Formulierung, in der viel Weisheit steckt. Sie schaut zurück auf die Wurzeln und gleichzeitig nach vorne.

Wir dürfen dankbar zurückschauen auf 60 Jahre. Es gab Veränderungen, Entwicklungen und Aufbrüche; es gab gute und schwierige Zeiten. Ein Gemeindehaus wurde gebaut, umgebaut, neu angebaut und wurde zu einem Zuhause, zu einem wichtigen Lebensmittelpunkt der Gemeinde. Die Beziehung zum Mennoheim war früher strukturell enger. Sie hat sich verändert, ist aber immer noch gegeben. In den vergangenen 60 Jahren ist eine neue Generation aufgewachsen, die hier geboren ist, in der Pfalz. Sie versteht sich nicht mehr selbst als „heimatvertrieben“, auch wenn sie ihre Wurzeln nicht vergisst, wie diverse Reisen ins heutige Polen, das frühere Ost- und Westpreußen bzw. den früheren Freistaat Danzig, belegen. Die Gemeinde arbeitet in der lokalen Ökumene mit. Viele wohnen nicht mehr „in der Siedlung“, sondern anderswo im Dorf oder auch darüber hinaus in der Umgebung. Man kann also sagen: Eine Geschichte eines gelungenen Integrationsprozesses. Ob er schon vollendet ist? Andere Menschen sind auch dazu gekommen, die sich nicht als Heimatvertriebene oder als deren Nachkommen verstehen. Gemeindeglieder haben regional und überregional in der deutschen Mennonitenschaft Verantwortung übernommen in Konferenzen, Arbeitsgemeinschaften und Komitees, und im süddeutschen Jugendwerk. Wir danken Gott für unsere Gemeinde. Und wir danken allen, die sich für die Gemeinde in der Vergangenheit in vielfältiger Weise engagiert haben und sich heute engagieren. Derer, die bereits verstorben sind, gedenken wir dankbar.

Wie wird es weiter gehen? Bald wird unsere täuferisch-mennonitische Kirche auf 500 Jahre ihres Bestehens zurückschauen. Nächstes Jahr, in Augsburg beginnt die Mennonitische Weltkonferenz einen 10-jähriger Zeitraum des Gedenkens an die Ursprünge, verbunden mit der Frage, wie die Zukunft aussehen soll. „ekklesia semper reformanda“, lautet ein bekannter Spruch im Blick auf die Reformation: „die Kirche ist eine ständig zu reformierende Kirche“. So wollen auch wir nicht nur dankbar nach hinten sehen, sondern mit Mut und Gottvertrauen in die Zukunft blicken und nachdenken über die Frage, wie wir hier Kirche Jesu Christi in täuferisch-mennonitischer Perspektive gestalten wollen. Mit dem Apostel Paulus bekennen wir:

Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

2. Timotheus 1, 7