Newsletter

Liebe Newsletter-Empfänger der Mennonitengemeinde Enkenbach,

mit dem Palmsonntag beginnt der Kern der Passionszeit mit dem Karfreitag als Höhepunkt. Dem folgt dann das wichtigste christliche Fest: Ostern! Der Wochenspruch für die letzte Passionswoche steht in Johannes 3, 14b–15: „Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, ewiges Leben haben“. Der Evangelist Johannes benutzt die alttestamentliche Geschichte von der eisernen Schlange, die Mose während einer Schlangenplage auf das Geheiß Gottes hin herstellt und an einem Stab „erhöht“. Die Leute sollen diese Schlange, das Symbol ihrer Angst, anschauen, dann würden sie nicht umkommen. Psychologisch ist das höchst interessant: Man soll seinen Ängsten nicht aus dem Weg gehen, sondern sie anschauen. Dann kann man sie überwinden. Johannes benutzt das Bild, um das Kreuz Jesu zu interpretieren. Dieses Kreuz und alles, wofür es steht, verunsicherte die Menschen, die mit Jesus unterwegs waren. Es bedeutete für sie eine Niederlage im Blick auf alles, wofür Jesus einstand: Die Liebe, die Barmherzigkeit, die Gerechtigkeit, die Hoffnung und das Gottvertrauen. Sie mussten erst mühsam lernen, dass dieses Kreuz die Konsequenz aus dem Leben Jesu war. Dass er so sterben musste, war die Folge der Werte, die er vertrat und verkörperte. Aber es ist eben von Gott her betrachtet keine Niederlage. Eben weil Gott es zulässt – oder, wie man es mit dem Johannesevangelium auch sagen kann, weil es ja Gott selbst ist, der in Jesus diesen Weg geht und eben nicht Rache übt und die Spirale des Hasses höher dreht. Vielmehr durchbricht er mit dem Zulassen dieses Sterbens diese Spirale. Die Antwort Gottes auf dieses Geschehen heißt Ostern. Das Leben siegt über Hass und Tod. Menschen, die im Vertrauen auf Gott ihren Weg gehen, erfahren seine Nähe auch nach Karfreitag. Der Blick auf Jesus, der am Kreuz „erhöht“ ist, nimmt uns die Angst vor dem Leben und dem Sterben. Wir schauen ihn im Geiste an und erkennen an ihm, dass Gott uns nahe ist an den Orten und in den Zeiten unseres Leidens an Unbarmherzigkeit, Lieblosigkeit, Ungerechtigkeit und Hoffnungslosigkeit und Gottlosigkeit. Wir dürfen uns zum Vertrauen ermutigen lassen, dass Gott das letzte Wort behält – ein Wort des Lebens!

Wir hoffen, dass es Euch allen gut geht! Sollte es irgendeinen Hilfebedarf geben (Einkaufen in Enkenbach-Alsenborn, Gespräch/Telefonat etc.), dann meldet Euch bitte. Es sieht so aus, als würde die gegenwärtige Situation noch eine Weile andauern. Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Statt eines Gemeindebriefes versenden wir wöchentlich (mit Ausnahme der kommenden Karwoche!) einen Newsletter. Am vergangenen Samstag fand Unterweisung im Internet statt. Die Jugendgruppe trifft sich auf einem eigenen Kanal im Internet. Am Freitag, 2.4. findet der Ökumenische Kreuzweg der Jugend um 19.30 Uhr statt – zwar ökumenisch organisiert, aber jetzt “nur” unter der Leitung von Chris Blickensdörfer in den für die Jugend bekannten „virtuellen Räumen“ im Internet. Man kann sich unter https://discord.gg/uzFg9zG einen kostenfreien Account einrichten, das entsprechende Programm installieren und den Jugendräumen beitreten. Am Sonntag feierten wir einen Gottesdienst im Internet. Beinahe 60 Computer bzw. Telefone haben sich eingewählt. Alle, deren Computer mit einer Kamera ausgerüstet ist, können einander dabei sogar sehen und wenn dazu noch ein Mikrofon eingebaut ist, ist auch eine direkte sprachliche Beteiligung möglich; letzteres funktioniert auch über Telefon gut. An manchen Anschlüssen waren ganze Familie vor dem Bildschirm oder am Telefon, sodass wir eine gute Beteiligung hatten. Es hat gut getan, einander zu sehen und zu hören. Es gab wohl nur bei wenigen Probleme. Wir bitten sie, sich bei uns zu melden, vielleicht können wir helfen. Hier finden Sie eine genaue Erklärung, wie man sich einwählen und teilnehmen kann.

Wir laden wieder zu dieser Feier des Gottesdienstes ein für Palmsonntag 5. 4., Karfreitag 10. 4. und Ostersonntag 12. 4., Sonntag 19. 4., jeweils um 10 Uhr. Man sollte sich schon ein wenig früher einwählen, um zu sehen, ob alles klappt.  Zum Ausprobieren bieten wir eine Möglichkeit am Samstag zwischen 18.30 Uhr und 20 Uhr mit den gleichen Zugängen an. Am Palmsonntag gibt es ein besonderes Angebot für die Kinder, das bereits um 9.30 Uhr beginnt! Ob das auch an den folgenden Sonntagen so sein wird, ist noch offen.

Ich wünsche allen von Herzen Gottes Segen und Geleit in diesen Tagen.

Rainer W. Burkart, Pastor
Tel. 06303 3883. E-Mail:

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Liebe Gemeindeglieder der Mennonitengemeinde Enkenbach,

wieder rechtzeitig zum Wochenende schreiben wir, um Kontakt zu halten. Für viele von uns bedeutet der Wegfall des sonntäglichen Gottesdienstes oder anderer Veranstaltungen eine gravierende Einschränkung ihrer gewohnten Verbindung zur Gemeinde. Was ist eine Mennonitengemeinde ohne konkret gelebte Gemeinschaft und direkte Begegnung? Widerspricht es nicht im Grunde allem, was wir von „Kirche“ bzw. „Gemeinde“ glauben? Wer weit weg wohnt oder aus anderen Gründen keinen engen Kontakt zur Gemeinde pflegt, ist vielleicht überrascht, wöchentlich Post von uns zu bekommen. Der Spagat zwischen beiden Bedürfnissen bzw. „Nicht-Bedürfnissen“ ist für uns schwierig. Da bitten wir um Verständnis. Bisher haben sich knapp 70 Gemeindeglieder auf die Liste der E-Mail-Empfänger für den Newsletter eintragen lassen. Das hilft uns sehr! Wir freuen uns weiterhin über entsprechende Meldungen!

Mittlerweile dürfte allen klar sein, dass der Ausfall aller Gemeindeveranstaltungen einschließlich der Gottesdienste auf unbestimmte Zeit ausgedehnt werden muss. Über einen wöchentlichen Brief und über die Website der Gemeinde im Internet werden wir Kontakt pflegen.

Manche Gruppen und Kreise der Gemeinde nutzen das Internet für sich als Möglichkeit, sich zu „treffen“. Andere können das nicht. Sie seien versichert, dass wir sie keinesfalls aus dem Blick verlieren. Am Karfreitag 10.4., Ostersonntag 12.4. und den Sonntag nach Ostern 19.4. planen wir wieder eine Gottesdienstübertragung im Internet um 10 Uhr, an der man aber auch per Telefon teilnehmen kann, wenn man keinen Internetzugang hat. Hier wird erklärt, wie man sich einwählen kann.

Damit betreten wir Neuland und vielleicht klappt nicht gleich alles auf Anhieb. Wir wollen so durch moderne Kommunikationsmittel Kontakt halten, auch wenn es die direkte persönliche Begegnung nicht ersetzen wird. Wir gehen auf den Höhepunkt der Passionszeit zu. Das Bibelwort, das uns in der kommenden Woche begleiten soll, ist ein Ausspruch Jesu im Blick auf seinen eigenen Weg und steht in Matthäus 20, 28:

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Das Bild vom Lösegeld ist eines der Bilder aus dem Neuen Testament, mit dem der gewaltsame Tod Jesu interpretiert wird. Gemeint ist, dass die Menschen so aus der Macht des Bösen „freigekauft“ werden und in der Freiheit Gottes leben können. Wir haben heute Mühe mit solchen für die Menschen der Antike verständlichen Bildern. Deshalb dürfen wir sie nicht überbewerten. Der Fokus liegt auf der bedingungslosen Liebe Gottes, der die Freiheit der Menschen von allem will, was sie abhängig macht und bedrängt. Dafür steht Jesus. Er versteht sich als einer, der sich nicht dienen lassen will, sondern zuallererst selbst Diener der Menschen ist. So ist ja auch unser sogenannter Gottesdienst, zu dem wir uns treffen, nicht zuallererst ein Dienst, den wir Gott leisten, sondern ein Dienst, den Gott uns leistet: durch die Worte und Lieder, die uns Trost und Ermutigung, aber auch Mahnung und Orientierung geben; aber auch durch die Gemeinschaft mit den Menschen, die wir da an unserer Seite erleben, und durch manches andere mehr. Als Christinnen und Christen glauben wir nicht an einen herrschenden, sondern an einen dienenden Gott. Das wird an dem Weg Jesu deutlich. Und daran sollen wir uns auch orientieren. Wie können wir einander dienen? Da geht es meist nicht um Selbstaufgabe – wir sind ja nicht Jesus – sondern um ganz praktische Hilfe; übrigens nicht nur um die, die man leistet, sondern auch um die, die man annehmen kann! Die gegenwärtige Situation fordert uns heraus. Wir sollen uns selbst und unsere Nächsten nicht durch zu große physische Nähe in Gefahr bringen. Aber wir müssen auch deutlich sehen, dass auch absolute soziale Isolation gefährlich ist, vor allem bei Menschen, die alleine leben. Das sehen wir vielleicht noch nicht deutlich, aber sie ist genauso real, wie die Gefahr durch das Virus. Es gilt mit Vernunft und Phantasie abzuwägen und Eigenverantwortung zu entwickeln.

So grüße ich alle zu diesem Sonntag und wünsche uns Kraft und Gelassenheit in dieser Situation. Gott behüte Euch
Rainer W. Burkart, Pastor

Ökumenischer Aufruf zum gemeinsamen Gebet

Die Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland und weltweit ist mit vielfältigen und schwerwiegenden Konsequenzen verbunden: Tausende Menschen in unserem Land sind erkrankt. Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegende arbeiten bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Das öffentliche Leben wie auch das Leben jedes und jeder Einzelnen unterliegen deutlichen Einschränkungen. Viele Menschen sind besorgt um ihre Gesundheit oder um ihren Arbeitsplatz.

Auch das kirchliche Leben ist betroffen: Gottesdienste können nicht mehr zusammen mit der Gemeinde gefeiert werden. Chöre und Gemeindegruppen können sich nicht mehr treffen. Kasualien können vorerst nicht mehr in gewohnter Weise gefeiert werden.

Angesichts dessen rufen Kirchenpräsident Dr. h. c. Schad und Bischof Dr. Wiesemann gemeinsam zum Gebet auf. Sie haben dazu einen Gebetstext verfasst, den sie allen Christinnen und Christen in Landeskirche und Bistum und in der Weite der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Region Südwest an die Hand geben.

Kirchenpräsident Schad und Bischof Wiesemann laden ein, dieses Gebet täglich zu sprechen, wenn die Kirchenglocken zum (Angelus-)Gebet rufen. Sie selbst werden am Samstag, dem 21. März 2020, um 18.00 – zu der Zeit, in der vielerorts die Glocken den 4. Fastensonntag „Laetare“ einläuten – in der Kapelle des Butenschoen-Hauses eine kleine ökumenische Andacht feiern, die von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald musikalisch gestaltet wird. Diese Andacht wird auf den Homepages beider Kirchen online übertragen. Zu dieser Zeit sollen in allen Kirchen in der Pfalz/Saarpfalz die Kirchenglocken 10 Minuten lang läuten.

Der Gebetstext – so Bischof und Kirchenpräsident – soll eine Hilfe sein in der Zeit, in der es nicht möglich ist, in Gemeinschaft Gottesdienst zu feiern. Es ist ein Zeichen, dass wir als Kirchen zusammenstehen und füreinander für die Menschen da sind. Es zeigt, dass Kirche mehr ist als die sonntägliche Versammlung der Gläubigen. Die Gemeinschaft im Gebet geht über die Kirchenmauern hinaus und setzt sich in der gelebten Solidarität für alle Menschen fort. Die beiden kirchenleitenden Geistlichen sehen in der aktuellen Krise zugleich eine Chance, dass sich die Kirchen neu auf den Kern ihres gemeinsamen Auftrags besinnen und neue Formate finden, wie sie Christinnen und Christen im Glaube stärken und allen Menschen in der jetzigen Situation beistehen können. Sie danken allen Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die kreative und hilfreiche Ideen umgesetzt haben, um gottesdienstliches Feiern und seelsorgliche Zuwendung weiter zu ermöglichen.

Ökumenisches Gebet in Zeiten der Corona-Krise

verfasst von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (katholische Diözese Speyer) und Kirchenpräsident Dr. h. c. Christian Schad (Evangelische Kirche der Pfalz)

Treuer und barmherziger Gott!
Du gibst Zuversicht, wenn sich in uns Unsicherheit breitmacht.
Du bist uns nahe, wenn wir auf Distanz zueinander gehen müssen.
Du hältst uns in deiner Hand, wenn wir den Halt zu verlieren drohen.
Zu dir kommen wir mit unseren Sorgen und Ängsten,
aber auch mit unserer Hoffnung auf deine Hilfe.
Zu dir kommen wir im Wissen darum, dass wir nicht alleine zu dir beten,
sondern getragen sind von der großen Gemeinschaft aller,
die dir und deinem Wirken vertrauen.

Wir bitten dich:
für alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind;
für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind und nach Halt suchen;
für alle Verstorbenen und für die, die um sie trauern;
für alle, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und um ihre Existenz fürchten;
für alle, die sich überfordert fühlen.
Sei ihnen allen nahe und schenke ihnen Heilung, Trost und Zuversicht,
den Verstorbenen aber schenke das Leben in deiner Fülle.

Wir bitten dich:
für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken,
Seniorenheimen und Hospizen;
für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft;
für alle, die uns Tag und Nacht mit dem versorgen, was wir zum Leben brauchen;
für alle, die ehrenamtlich Familien sowie alten und gesundheitlich beeinträchtigten Menschen helfen;
für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die den Menschen Gottes Frohe Botschaft zusagen.
Sei auch ihnen nahe und schenke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.

Auch bitten wir dich für uns selbst:
Lass uns trotz aller Sorge um das eigene Wohlergehen
den Blick für die anderen nicht verlieren und ihnen nach Kräften beistehen.
Stärke in uns die Bereitschaft, Einschränkungen in Kauf zu nehmen,
und lass uns so das Unsere dazu beitragen, dass andere Menschen nicht gefährdet werden.
Erhalte in uns die Hoffnung auf dich, unseren Herrn und Gott,
der uns tröstet wie eine liebende Mutter und der sich aller Kranken und Not Leidenden annimmt.
Dir vertrauen wir uns an.
Dich loben und preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.
Amen.

Wir beten mit der ganzen Christenheit auf Erden: Vater unser …